Fotografie-Anleitungen, Galerie, neue Produkte

Info-Portal für Digitalkameras und Fotografie

Home
Artikel
Fotogalerie
Foto-Wissen
Neu am Markt

 

Festbrennweite oder Zoom?

Mit dieser Frage wird wohl jeder Einsteiger konfrontiert, der sich mit Fotografie als Hobby ernsthaft befassen und optimale Ergebnisse erzielen möchte. Beide Objektivtypen haben ihre systembedingten Vor- und Nachteile.

Standardzoom und Telezoom

Das Foto zeigt ein Standardzoom (links) neben einem eingefahrenen 75-300 Millimeter Telezoom. Diese beiden Objektive zusammen decken in Bezug auf die Brennweiten gefühlte 95 Prozent aller Aufnahmesituationen ab.

Grundsätzliches

Die Frage, ob man Zoomobjektive oder Festbrennweiten verwenden sollte ist nur relevant, wenn man Fotografie als Hobby über die Erinnerungs- und Schnappschuss-Fotografie hinaus betreibt. Für letztere Zwecke sind Digicams und Bridgekameras mit ihren eingebauten Zoomobjektiven völlig ausreichend und liefern Fotos auf einem absolut zufrieden stellenden Qualitätsniveau.

Festbrennweiten

Ein festbrennweitiges Objektiv hat, wie der Name sagt, eine feste und unveränderliche Brennweite.

Vorteile von Festbrennweiten:

  • Bessere Bildqualität als Zoomobjektive. Der Unterschied ist bei modernen, hochwertigen Konstruktionen jedoch marginal und nur bei anspruchsvollsten Profi-Arbeiten oder sehr starken Ausschnittsvergrößerungen relevant.

  • Hohe Lichtstärke: Festbrennweiten weisen Lichtstärken auf, die von Zooms gleicher Brennweite in aller Regel nicht erreicht werden. Wer auf kürzest mögliche Belichtungszeiten auch bei mäßigen Lichtverhältnissen bei gleichzeitig sehr guter Bildqualität angewiesen ist, sollte Festbrennweiten einem Zoom vorziehen. Das gilt auch, wenn man in manchen Situationen nicht mit Blitz arbeiten will oder kann, aber trotzdem ohne Stativ auskommen möchte.

  • Makroaufnahmen: Festbrennweitge, leichte Teleobjektive sind oft mit einer guten Makro-Funktion ausgestattet. Kleine Objekte lassen sich so besser fotografieren als mit Zooms. Wer gute Makroaufnahmen machen möchte, wird um ein solches Objektiv nicht herum kommen.

Nachteile von Festbrennweiten:

  • Platzbedarf: Um den Brennweitenbereich eines oder zwei Zooms gleichmäßig abzudecken, werden mindestens drei, wahrscheinlich sogar fünf Festbrennweiten benötigt, wenn der Weitwinkel- bis Telebereich berücksichtigt wird. Verwendet man Zooms, kommt man mit zwei Objektiven (Standard- und Telezoom) aus.

    Das ist ein nicht unwesentlicher Faktor, wenn man mit der Fotoausrüstung viel unterwegs ist und vielleicht sogar noch ein Stativ benötigt. Über längere Strecken getragen werden eine größere Fototasche oder Rucksack schwerer, als man denkt.

  • Preis: Gute festbrennweitige Objektive sind im Vergleich zu Zooms sehr teuer, da sie gleichzeitig sehr lichtstark sind.

  • Handhabung: Die nicht verstellbare Brennweite bringt es mit sich, dass am Motiv vor Ort immer die jeweils bestmögliche Brennweite an die Kamera angesetzt werden muss. Zusätzlich muss man mehrere Standorte und Kamerapositionen ausrobieren, um den optimalen Ausschnitt zu erhalten. Bei statischen Motiven, beispielsweise Landschaften oder Architektur, ist dies nur zeitraubend und ggf. lästig. Hat man es jedoch mit veränderlichen oder bewegten Motiven zu tun, kann dieser Objektivwechsel zu lange dauern, und die gute Foto-Gelegenheit ist vorbei.

Zoomobjektive

Zoomobjektive haben einen über einen definierten Bereich stufenlos veränderliche Brennweite.

Vorteile von Zooms:

  • Kompaktheit: Mit zwei Zooms deckt man einen Brennweitenbereich ab, för den man drei bis fünf Festbrennweiten benötigt. Zooms bringen also einen erheblichen Gewichtsvorteil mit sich, speziell im Telebereich. Das ist insbesondere auf Reisen oder längeren Fußwegen wichtig.

  • Handhabung: Bei Zooms dreht bzw. schiebt man am Zoomring, um die optimale Brennweite einzustellen. Ein Objektivwechsel ist bei Weitem nicht so oft erforderlich wie bei Festbrennweiten. So kann man viel schneller auf veränderliche und bewegte Motive reagieren. Kurzum: Zooms sind bequemer und flexibler als Festbrennweiten.

  • Preis: Da sie in geringerer Anzahl benötigt werden, ist ein vollständiger Satz Zooms wesentlich preiswerter als Festbrennweiten (siehe auch oben: Nachteile von Festbrennweiten).

Nachteile von Zoomobjektiven:

  • Geringe Lichtstärke: Die Kompaktheit und das geringe Gewicht von Zooms wird zwangsläufig mit einer geringeren Lichtstärke erkauft: Hohe Lichtstärken erfordern große Linsendurchmesser, die das Objektiv groß, unhandlich und teuer machen. Beispielsweise hat ein festbrennweitiges 200 Millimeter-Teleobjektiv mit einer Lichtstärke von 2,0 einen Frontlinsendurchmesser von zehn Zentimetern!

    Einen Spezialfall stellen Zooms mit konstanter Blende (meist 2,8 oder 4,0) dar: Diese sind lichtstärker als solche mit variabler Blende, noch relativ kompakt, jedoch als f/2,8-Variante zumindest für Amateurzwecke unverhältnismäßig teurer, wenn ein Bildstabilisator integriert ist.

    Die geringere Lichtstärke von Zooms lässt sich bis zu einem gewissen Grad ausgleichen, indem man die ISO-Empfindlichkeit erhöht. Moderne, hochwertige Spiegelreflexkameras erreichen hier auch bei hohen Werten von ISO 1600 eine gute Bildqualität. Bei Modellen, die bereits mehrere Jahre alt sind, tritt hier ein sichtbarer Qualitätsverlust ein.

  • Bildqualität: Die Bildqualität von guten Zooms ist geringfügig bis marginal geringer als die von Festbrennweiten. Dieser Unterschied ist jedoch nur relevant, wenn man das letzte I-Tüpfelchen an Qualität herauskitzeln möchte, beispielsweise wenn man die Auflösung eines 20- bis 36-Megapixel Vollformat-Sensor voll ausnutzen und sehr starke (Ausschnitts-)Vergrößerungen machen möchte. In den allermeisten Fällen ist der Unterschied in der Bildqualität zwischen Festbrennweiten und einem guten Zoomobjektiv (auch mit variabler Blende) vernachlässigbar oder überhaupt nicht zu erkennen.

Fazit

Die "Eierlegende Wollmilchsau" gibt es nicht. Man muss je nach primärem Anwendungszweck und Arbeitsschwerpunkten entscheiden, ob man bei der Zusammenstellung seiner Ausrüstung primär auf Zooms oder Festbrennweiten setzt.

Im Amateurbereich besteht ein guter Kompromiss darin, dass man primär mit zwei Zooms arbeitet und als Ergänzung eine kleine, lichtstarke Festbrennweite für Aufnahmesituationen mit kritischen Lichtverhältnissen verwendet. Diese Kombination hat sich bei mir seit Jahren sehr gut bewährt.

Über das Portal | Impressum | Kontakt | Haftungsausschluss | Datenschutzerklärung | Copyrights