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Zoomobjektive

Zoomobjektive (kurz "Zooms") gehören zu den nützlichsten und vielseitigsten Objektiven überhaupt. Bei Digicams und Bridgekameras gehören sie zur Standardausrüstung, aber auch Kameras mit Wechselobjektiven profitieren von diesen kompakten Allroundern.

Dieser Artikel gilt sowohl für Kameras mit Wechseloptik als auch für Digicams und Bridgekameras.

Die genannten Brennweiten sind stets das Kleinbild-Äquivalent, sofern es nicht ausdrücklich anders angegeben ist.

Funktionsweise eines Zoomobjektivs

Ein Zoomobjektiv deckt einen definierten Brennweitenbereich ab, innerhalb dessen sich die Brennweite stufenlos verstellen lässt. Die Verstellung erfolgt bei Digicams und Bridgekameras elektronisch am Zoom-Hebel.

Bei Wechselobjektiven für Spiegelreflex- und Systemkameras wird der Zoom manuell durch drehen (Drehzoom) oder schieben (Schiebezoom) vorgenommen. Das erlaubt eine hochpräzise Einstellung des Bildausschnitts, wie er mit den Wippschaltern anderer Kameratypen kaum möglich ist.

Intern erfolgt die Einstellung der Brennweite durch Verschieben von Linsengruppen.

Kennzahlen

Kennzahlen von Zoomobjektiven

Jedes Zoomobjektiv hat zwei Kennzahlen, nämlich den abgedeckten Brennweiten- und Blendenbereich. Auf einem typischen Zoom steht dann beispielsweise "18-55mm / 1:3,5-5,6", wobei die Reihenfolge differiert und das "mm" gerade bei kompakten Objektiven oft weggelassen wird.

Im obigen Beispiel gibt das erste Wertepaar den verfügbaren Brennweitenbereich an. Das zweite Wertepaar gibt für die kürzeste und längste Brennweite jeweils die größte Blende ("Offenblende"), also die höchste verfügbare Lichtstärke, an. Im Gegensatz zur Brennweite erfolgt die Änderung der Blende nicht stufenlos.

Blendenwerte sind vor dem Komma stets einstellig und variieren über einen kleineren Bereich als die Brennweite. So lassen sich Blenden- und Brennweitenangaben eindeutig unterscheiden, wenn das "mm" und "1:x" oder ähnliche Angaben fehlen.

Variable und konstante Blende

Zooms mit variabler Blende haben abhängig von der Brennweite eine veränderliche Lichtstärke ("Blende"): Je länger die eingestellte Brennweite ist, umso geringer wird die Lichtstärke. Die größte Blende beträgt in der Regel etwa 3,5 bis 4,0, die kleinste Blende zwischen 5,6 und etwa 6,3. Solche Objektive werden standardmäßig bei Digicams und Bridgekameras eingesetzt. Auch bei Spiegelreflexkameras sind es die häufigsten Zoom-Bauarten.

Zoomobjektive mit konstanter Blende gibt es für Spiegelreflex- und Systemkameras. Sie haben über den gesamten Brennweitenbereich eine konstante Blendenöffnung, meist 2,8 bzw. 4,0 oder bei extremen Tele-Zooms 5,6. Die Lichtstärke ist wesentlich höher als bei variablen Blenden.

Diese Objektive sind wesentlich teurer als mit variabler Blende. Ihre Bildqualität ist geringfügig besser, jedoch ist der Unterschied für Amateurzwecke eher marginal und rechtfertigt kaum den höheren Preis. Anders sieht es beim Gewinn an Lichtstärke aus. Mit Blende 2,8 kann man in vielen Situationen noch aus der Hand fotografieren, bei denen man mit 3,5 oder 4,0 bereits ein Stativ benötigt.

Arten von Zoomobjektiven

X-fach Zoom

Anstelle der unten beschriebenen klassischen Einteilung nach Brennweitenbereichen wird heute, besonders bei Digicams und Bridgekameras, immer öfters einfach von einem x-fach-Zoom gesprochen. Das x steht hierbei für das Vielfache der kleinsten Brennweite, die das Zoom abdeckt. Beispielsweise ist ein 25-500 mm-Objektiv einer Digicam ein 20-fach-Zoom.

Standard-Zooms

Standard-Zoom

Das Standard-Zoom hat sich bei Kameras mit Wechseloptik als wichtigstes Objektiv etabliert. Es deckt den Bereich vom mittleren Weitwinkel bis zum leichten Teleobjektiv ab. In der Regel handelt es sich um 28-80 Millimeter-Zooms, aber auch etwas längere und kürzere Brennweiten sind verfügbar. Der Name Standard rührt daher, dass ein großer Teil der in der Alltagsfotografie benötigten Brennweiten abgedeckt wird.

Mit einem Standard-Zoom steht somit ein Brennweitenbereich zur Verfügung, der sowohl eindrucksvolle, tiefe Landschaftsaufnahmen als auch vorteilhafte Portraits ermöglicht.

Die Kit-Objektive, die bei Spiegelreflexkameras standardmäßig zum Lieferumfang gehören (Nominalbrennweite ca. 18-55 Millimeter bei APS-C-Sensoren, also bei gängigen Amateur-Spiegelreflexkameras) gehören zu dieser Zoom-Klasse. Sie sind meiner Erfahrung nach von der Bildqualität her einer besseren Digicam nur geringfügig überlegen und nutzen die Qualität der sehr guten Bildsensoren nicht aus. Hier werden die Objektive preiswert hergestellt, um ein günstiges Einsteiger-Komplettpaket anbieten zu können. Möchte man wirklich sehr gute Bilder erzielen und das Potential dieser sehr guten Kameras ausnutzen, ist man besser beraten, das Kameragehäuse ("Body") und ein hochwertiges Objektiv separat zu kaufen.

Weitwinkel-Zooms

Hier überschneiden sich zwei Definitionen. Klassisch werden solche Objektive als Weitwinkel-Zooms bezeichnet, deren Brennweitenspektrum sich ausschließlich im Weitwinkelbereich bewegt (unter der Normalbrennweite). Bei Objektiven mit einem sehr großen Brennweitenbereich werden unabhängig vom Kameratyp oft auch alle Zooms als Weitwinkel-Zoom bezeichnet, deren kleinste Brennweite im Weitwinkelbereich liegt.

Diese Zoomobjektive sind für Landschafts- und Innenraumaufnahmen interessant. Auch wenn allgemein auf engem Raum fotografiert werden muss, sind sie unentbehrlich. Aufgrund des großen Bildwinkels bekommt man auch aus kurzen Aufnahmeabständen sehr viel aufs Bild.

Bei Digicams und Bridgekameras liegt das Weitwinkel-Ende des Objektiv meist bei 24 bis 25 Millimeter. Wer auf kürzere Brennweiten angewiesen ist, benötigt in der Regel eine Kamera mit Wechseloptik.

Tele-Zooms

Tele-Zooms gehören neben den Standard-Zooms zu den populärsten Objektiven. Das liegt vor allem daran, dass sie die größte Platz- und Kostenersparnis bieten.

75-300 mm Tele-Zoom in 300 mm-Position

Es gibt Telezooms in vielen verschiedenen Ausführungen und Brennweitenbereichen. Die nützlichsten Vertreter ihrer Klasse sind die 70-200 bzw. 70-300 Millimeter-Teles. Wollte man dieses Tele mit Festbrennweiten sinnvoll ersetzen, benötigt man mindestens drei Objektive: Ein Portraitobjektiv sowie ein mittleres und ein langes Teleobjektiv. Der Platz- und Preisvorteil ist offensichtlich. Hier erhält man ein Objektiv, das nahezu alle Anwendungsgebiete von Teleobjektiven abdeckt.

Das kurze Ende ist ideal für Portaits und Kinderfotos aus einem gewissen Abstand: Kinder bewegen sich ungezwungener, wenn man mit der Kamera nicht zu nah an sie heran geht.

Der mittlere und lange Brennweitenbereich ist sinnvoll, wenn man entfernte Objekte heran holen möchte: Tier- und Sportfotos und Gebäudedetails gehören zu den Paradedisziplinen von Teleobjektiven. Daneben gibt es unzählige Motive, die eine mittlere bis starke Vergrößerung erfordern.

Gebäudedetail

Das Foto zeigt ein Gebädedetail, das ohne ein Telezoom nicht formatfüllend darstellbar gewesen wäre.

Wir müssen uns jedoch mit einem mitunter gravierenden Nachteil von Telezooms mit variabler Blende gegenüber festbrennweitigen Teleobjektiven und Zooms mit konstanter Blende abfinden: Die Lichtstärke ist um mindestens ein bis zwei Blenden geringer. Das bedeutet, dass ein Hintergrund nicht ganz so stark in Unschärfe aufgelöst werden kann. Für bewegte Objekte werden hohe ISO-Empfindlichkeiten benötigt, wenn Bewegungsunschärfen vermieden werden sollen.

Reisezooms (Megazooms, Superzooms)

Solche Objektive umfassen das größte Brennweitenspektrum. Üblich sind Brennweiten von 28-200 und 28-300 Millimeter. Es gibt auch vereinzelt Objektive, die ein Kleinbild-Äquivalent von 400 Millimeter aufweisen. Aufgrund der aufwendigeren Objektivkonstruktion ist die Bildschärfe etwas geringer als bei reinen Tele- und Standard-Zooms. Auch Verzeichnungen und Farbfehler am Bildrand fallen etwas stärker aus.

Im Bereich der Digicams und Bridgekameras lassen sich aufgrund der kleinen Bildsensoren noch größere Kleinbild-Äquivalente verwirklichen. Reisezoom-Kameras haben Brennweiten bis zu 750 Millimeter, und Bridgekameras gehen bis zu ca. 1400 Millimeter.

Diese Zooms sind die kompaktesten, vielseitigsten und in Relation zum abgedeckten Brennweitenbereich preiswertesten Objektive. Hochwertige Bridgekameras mit Extrembrennweiten kosten zwar um die 800 Euro (Stand: Januar 2015), in Bezug auf die verfügbaren Brennweiten ist das dennoch ein Schnäppchen.

Diese Kompaktheit wird jedoch mit dem Nachteil erkauft, dass die Bildqualität von Bridgekameras speziell im starken Telebereich geringer ist als bei kleineren Tele- und Weitwinkelzooms. Randunschärfen und Farbfehler, die sog. chromatische Aberration (blau-violette Farbsäume um helle Objektdetails), fallen vor allem am Bildrand sichtbar stärker aus als bei anderen Objektiven. Nichts desto trotz erhält man hier ein überaus kompakte und nützliche Optik, die einen Großteil aller Aufnahmesituationen gut abdeckt.

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