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Spiegelreflexkameras

Spiegelreflexkamera

Spiegelreflexkameras (abgekürzt oft Spiegelreflex, SLR oder DSLR) sind das vielseitigste erhältliche Kamerasystem. Für sie gibt es das mit Abstand größte Objektiv- und Zubehörsortiment. Egal für welche noch so spezielle Aufnahmesituation oder fotografisches Spezialgebiet man sich entscheidet: Es gibt immer eine Objektiv- oder Zubehörlösung für Spiegelreflexkameras, für andere Kamerasysteme nicht unbedingt.

Für welche Preisklasse sollte man sich entscheiden?

Es gibt bei Spiegelreflexkameras eine breite Preisspanne von etwa 350 bis hin zu mehreren tausend Euro. Wie bei allen technischen Produkten steigen die Ausstattung und Funktionsumfang mit dem Preis.

Die in der täglichen Arbeit mit der Kamera wichtigsten Unterschiede betreffen hauptsächlich eine größere Zahl von AF-Sensoren zur Präzisierung des Bereichs, auf den der Autofokus scharfstellen soll. Weitere wesentliche alltagsrelevante Funktionen von teureren Kameragehäusen sind eine verbesserte Serienbildfunktion für eine größere Anzahl von Bildern pro Sekunde, ein größerer Bereich von ISO-Empfindlichkeiten und bessere, rauschärmere Sensoren.

Bereits Einsteiger-DSLR's haben sehr gute und rauscharme Sensoren, und die Zahl der AF-Meßfelder sowie die ISO-Spannweite sind für die allermeisten Anwendungen ausreichend. Die bessere Serienbildfunktion macht teurere Kameras vor allem für Sport- und Action-Fotgrafen interessant.

Insgesamt kann gesagt werden, dass Einsteiger-DSLR's für den Löwenanteil aller Situationen und Anwendungen ausreichend sind und sehr gute Ergebnisse liefern. Sie sind für Spiegelreflex-Einsteiger die geeignetste Wahl. Teurere Modelle sind für ambitionierte, sehr anspruchsvolle Amateure und Profi-Fotografen eine überlegenswerte Alternative.

Grundprinzip einer Spiegelreflexkamera

Klappspiegelsystem einer Spiegelreflexkamera

Klappspiegelsystem einer Spiegelreflexkamera

Das vom Objektiv erzeugte Bild wird vom Klappspiegel in den Sucher reflektiert (daher der Name dieser Kameras). Beim Auslösen einer Aufnahme klappt der Spiegel in Bruchteilen einer Sekunde nach oben und das Licht fällt auf den Sensor. Man erkennt also im Sucher exakt das gleiche Bild, das auch vom Sensor erfasst wird.

Merkmale und Vorteile von Spiegelreflexkameras

Das wohl bekannteste und wichtigste Merkmal dieser Kameras ist die Möglichkeit des Objektivwechsels. Es gibt zwar auch schon eine große Auswahl an spiegellosen Systemkameras, die einen Wechsel des Objektivs ermöglichen, aber für Spiegelreflexkameras gibt es die mit Abstand größte Auswahl an Zoomobjektiven und Festbrennweiten.

Das Objektivangebot umfasst auch Brennweiten, die von anderen Systemen einfach nicht abgedeckt werden. Seit der Markteinführung von Bridgekameras gilt dies vor allem für den extremen Weitwinkelbereich mit Brennweiten unter 24 Millimeter Kleinbild-Äquivalent. Aber auch lange Brennweiten bieten an einer Spiegelreflex eine sichtbar bessere Abbildungsqualität. Das gilt vor allem bei starken (Ausschnitts-)vergrößerungen eines Bildes.

DSLR's bieten eine Vielzahl von Automatikfunktionen und manuellen Einstellungsmöglichkeiten. Für zahlreiche Aufnahmesituationen sind manuelle Einstellungen für sehr gute, überdurchschnittliche Ergebnisse unerlässlich. Umgekehrt ermöglichen es die zahlreichen Automatikfunktionen vor allem Einsteigern und Gelegenheitsfotografen, mit einfachen Mitteln zu guten Ergebnissen zu gelangen.

Spiegelreflexkameras bieten eine sichtbar bessere Bildqualität als Digicams und Bridgekameras. Das liegt einerseits an den qualitativ besseren Objektiven. Man halte sich nur vor Augen, dass selbst preiswerte DSLR-Objektive mindestens so viel kosten wie eine Digicam (Kamera und Objektiv in einem Gerät) der unteren bis mittleren Pfeisklasse.

Neben dem Objektiv ist auch der Sensor ein Bauteil, das entscheidend zur Abbildungsleistung beiträgt. Diese Kameras nutzen große Sensoren im APS-C- ("Advanced Photo System-Classic") oder Vollformat. Der APS-C-Sensor hat ziemlich genau die Hälfte der Fläche eines Vollformat-Sensors. Vollformat-Sensoren, die das Kleinbild-Format 24*36 Millimeter aufweisen, gibt es praktisch nur in professionellen DSLR-Modellen zu Profi-Preisen (in der Regel 2000 Euro und mehr, Stand: Januar 2015).

Die Auflösung in Megapixel ist jedoch in der gleichen Größenordnung wie bei Digicams. Das bedeutet, dass jeder Pixel eine größere Fläche einnimmt. Hieraus folgt, dass das Signal-Rausch-Verhältnis wesentlich günstiger ausfällt und die Sensoren folglich sehr rauscharm sind. Diese Eigenschaft macht DSLR's für Aufnahmen unter schlechten Lichtverhältnissen und Nachtaufnahmen zum idealen Kamerasystem, um nicht zu sagen unentbehrlich.

Die Auslöseverzögerung und die Zeit zwischen Einschalten und Betriebsbereitschaft ist extrem kurz. Die Zeitspanne zwischen dem Auslösen der Kamera (Durchdrücken des Auslösers) und der Aufnahme ist so kurz, dass man die Verzögerung praktisch nicht wahrnimmt. Die Gefahr von Verwackelungen wird hierdurch reduziert. Diese Eigenschaft macht Spiegelreflexkameras für die Sport- und Actionfotografie und schnell bewegte Motive praktisch alternativlos.

Spiegelreflexe haben, abhängig von der Preisklasse, eine verschieden große Zahl von AF-Meßfeldern. Mit der Wahl eines AF-Meßfeldes kann man den Bereich, auf den der Autofokus scharfstellen soll, präzise festlegen.

Bei fotografischen Spezialgebieten, beispielsweise Makro-, Mikroskop-, Langzeit- und Astrofotografie, sind Spiegelreflexkameras aufgrund des erhältlichen Zubehörs und der Bildqualität allen anderen Kameratypen überlegen.

Nachteile von Spiegelreflexkameras

Die Objektivanschlüsse ("Bajonette") sind nicht genormt. Jeder Hersteller verwendet ein anderes Bajonett. Dieser Tatsache muss man sich bewusst sein, wenn man eine Spiegelreflex kaufen oder das Fabrikat wechseln möchte. Man sollte sich also vor dem Kauf eines Kameragehäuses informieren, welcher Hersteller welche Funktionen und Ausstattungsmerkmale bietet.

Nicht jeder Fotograf kommt mit jedem System gleich gut zurecht. Merkt man erst nach dem Kauf einer Kamera mit einem mehr oder weniger großen Objektivpark, dass das System doch nicht den eigenen Wünschen und Anforderungen entspricht, ist ein Wechsel des Herstellers der Kamera nur mit einem erheblichen finanziellen Aufwand möglich, da die Objektive nicht mehr passen.

Ein eher subjektiver Nachteil sind das im Vergleich zu Digicams große Volumen und Gewicht. Eine Digicam rangiert etwa in der Größe einer Zigarettenschachtel und macht sich beim Gewicht praktisch nicht bemerkbar. Mit einer Spiegelreflex inklusive angesetztem Objektiv und Tasche muss man ein Gepäckstück von ca. 20*14*18 Zentimeter Größe und etwa einem bis knapp 1,5 Kilo Gewicht über der Schulter oder im Rucksack tragen.

Für die Alltags- und Schnappschuss-Fotografie, beispielsweise auf Reisen, Ausflügen oder Feiern, haben sich Digicams zu einer echten Alternative entwickelt. Die Bildqualität von diesen Kameras ist für Alltagsfotografie auf einem sehr hohen Niveau angekommen. Hier muss jeder für sich entscheiden, welchen instrumentellen und finanziellen Aufwand man auf sich nehmen möchte.

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