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Schärfentiefe

Die Schärfentiefe, auch Tiefenschärfe genannt, ist ein wichtiges Element der Bildgestaltung und -planung. Sie ist essentiell für beeindruckende Fotos mit hoher Aussagekraft.

Was ist Schärfentiefe?

Als Schärfentiefe bezeichnet man zunächst den Bereich eines Bildes, den man mit dem Auge als scharf wahrnimmt. Das ist die in der Foto-Praxis übliche und gebräuchliche Definition.

Optisch-physikalisch betrachtet gibt es streng genommen keine Schärfentiefe, sondern nur eine Schärfenebene: Stellt man das Objektiv beispielsweise auf ein zehn Meter entferntes Objektdetail scharf, werden nur alle Objekte, die sich exakt zehn Meter von der Kamera entfernt befinden, im physikalischen Sinn scharf gestellt, nämlich dass ihr Licht im Brennpunkt des Objektivs gebündelt wird.

Das Licht aller anderen Objekte davor und dahinter wird nicht mehr gebündelt, sondern als ein sog. Zerstreuungskreis auf dem Sensor abgebildet. Man kann sich das veranschaulichen, indem man mit einem Fernglas eine entfernte Lichtquelle, beispielsweise eine Lampe am Auto oder eine kleine Laterne, betrachtet: Unmittelbar vor und hinter dem Schärfepunkt (Fokus) wird das Bild kreisförmig unscharf, der Zerstreuungskreis wird größer.

Der Zerstreuungskreis (Umschärfekreis) muss einen bestimmten Mindestdurchmesser haben, damit das Auge eine punktförmige Lichtquelle als Unschärfekreis mit einem vergrößerten Durchmesser gegenüber dem exakt scharfen Abbild erkennt. Ursache hierfür ist das begrenzte Auflösungsvermögen des menschlichen Auges. Da sich alle Bilder aus unzähligen Lichtpunkten zusammen setzen, erscheint entsprechend der gesamte betreffende Bildbereich scharf bzw. unscharf.

Schärfentiefe und Brennweite

Prinzipiell gilt: Mit zunehmender Brennweite nimmt die Schärfentiefe ab. Ausgehend von der Normalbrennweite, die bereits eine sehr gute Schärfentiefe ermöglicht, erreicht man mit Weitwinkelobjektiven eine hervorragende Tiefenschärfe. Mit zunehmenden Telebrennweiten wird die Schärfentiefe geringer.

Schärfentiefe und Blende

Hier gilt der Zusammenhang: Je kleiner die Blende, das heißt je stärker abgeblendet wird, umso größer wird die Schärfentiefe bei gegebener Brennweite.

Benötigt man eine möglichst hohe Tiefenschärfe, muss man das Objektiv stark abblenden. Umgekehrt ist ein lichtstarkes Objektiv notwendig, wenn man eine geringe Schärfentiefe erzielen oder mit selektiver Schärfe arbeiten möchte.

Beispiel für hohe Sch&aul;rfentiefe

Große Version: 3,25 MB

Oben ein Beispiel für eine durchgehende Schärfentiefe von direkt vor der Kamera (unterster Bildrand) bis zum Hintergrund, erzielt mit einem 24 Millimeter-Weitwinkelobjektiv. Auf der großen Version ist der Effekt deutlicher zu erkennen.

Man kann also mit jedem Objektiv die Tiefenschärfe erhöhen, indem man es abblendet. Bei zunehmender Brennweite wird dies immer eingeschränkter realisierbar: Blendet man ein Normalobjektiv auf Blende 22 ab, erzielt man noch eine durchgehende Schärfentiefe. Bei mittleren Weitwinkelobjektiven wird dieser Effekt bereits bei Blenden um 11 erreicht. Teleobjektive ermöglichen gar keine durchgehende Tiefenschärfe mehr. Dieser Effekt verstärkt sich, je länger die Brennweite wird.

Schärfentiefe und Entfernung zum Motiv

Je dichter man mit der Kamera an das Hauptmotiv herangeht, umso unschärfer werden der Vorder- und Hintergrund. Die Schärfentiefe wird also mit abnehmender Entfernung zum Motiv geringer.

Diese Tatsache kann man sich bei Nahaufnahmen zu Nutze machen, indem man die Blende und Entfernung so wählt, dass das Motiv durchgängig scharf erscheint, aber der Hintergrund mehr oder weniger stark in Unschärfe aufgelöst wird. Ein optimales Foto erhält man oft nur durch eine Belichtungsreihe mit verschiedenen Blendenzahlen und Abständen. Ein Stativ ist hierbei empfehlenswert.

Beispiel für eine Nahaufnahme mit geringer Sch&aul;rfentiefe

Das Foto ist ein typisches Beispiel für die Anwendung geringer Schärfentiefe. Die Blende wurde so gewählt, dass die Gerbera im Vordergrund komplett scharf ist. Die Blumen im Hintergrund sollten zwar noch erkennbar, aber trotzdem so weit unscharf sein, dass sich die Vordergrundblume als Hauptmotiv deutlich abhebt. Dieses Gestaltungsmittel wird auch "selektive Schärfe" genannt. Aus einer Belichtungsreihe mit verschiedenen Blendenstufen und Aufnahmeabständen wurde das optimale Foto ausgewählt.

Mit zunehmender Brennweite verstärkt sich dieser Effekt: Mittlere und lange Telebrennweiten benötigen eine sehr große Entfernung zum scharf gestellten Motiv, um wenn überhaupt eine durchgehende Schärfe erzielen zu können. Man wird es mit einem Teleobjektiv als schwierig empfinden, ein räumlich ausgedehntes Motiv auf mittlere Distanzen überhaupt komplett scharf zu bekommen. Je weiter Motiv und Hintergrund voneinander entfernt sind, umso stärker wird der Effekt.

Maximale Schärfentiefe

Eine maximale Tiefenschärfe wird erzielt, wenn man ein Weitwinkelobjektiv auf ein relativ nahes Objekt scharfstellt und auf mindestens Blende acht, besser Blende 11, abblendet. Die Schärfentiefe reicht dann von kurz vor der Kamera bis unendlich.

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