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Lichtstärke, Blende und Blendenzahl

Diese wichtigen, zusammenhängenden und oft synonym verwendeten Begriffe tauchen immer im Zusammenhang mit Objektiven auf. Selbst auf den einfachsten Digicams ist die Lichtstärke des Objektivs vermerkt. Hier wird ihre Bedeutung und die Anwendung der Blende in der Praxis erklärt.

Blendenangabe am Objektiv

Blendenangabe am Objektiv.

Dieser Artikel ist für alle Kameratypen sowie Festbrennweiten und Zoom-Objektive gültig. Brennweiten beziehen sich auf das Kleinbild-Äquivalent, sofern es nicht anders angegeben wird.

Die Lichtstärke

Unter der Lichtstärke eines Objektivs versteht man seine größtmögliche Blendenöffnung (auch "Offenblende" genannt). Je kleiner dieser Wert (das Verhältnis aus Brennweite und Öffnung in Millimeter) in Zahlen ist, umso größer ist die Blende und die Lichtstärke.

Ob ein Objektiv "lichtstark" ist, hängt neben dieser mathematischen Definition auch von seiner Brennweite ab. Ein 300 Millimeter-Teleobjektiv mit einer Lichtstärke von 2,8 ist sehr lichtstark. Ein 50 Millimeter-Normalobjektiv mit der gleichen Lichtstärke kann hingegen nicht mehr als "lichtstark" bezeichnet werden, da hier 1,8 und 1,4 als Standard gelten. Es sind auch die Schreibweisen 1:1,8 und f/1,8 gebräuchlich.

Als Faustregel gilt: Ausgehend vom Normalobjektiv nimmt die Lichtstärke ab, je weiter man sich in den Tele- oder Weitwinkelbereich bewegt. Es gibt aber auch leichte Weitwinkel- und Portraitobjektive, deren Anfangsöffnungen mit denen eines Normalobjektive vergleichbar sind.

Die Blende und Blendenzahl

Die oben beschriebene Anfangsöffnung eines Objektivs wird oft auch als Blende bezeichnet. Fotografiert man, ohne das Objektiv abzublenden, spricht man von "Offenblende".

Die Blendenzahl ist das Verhältnis zwischen Brennweite und Durchmesser der Blenden- bzw. Objektivöffnung in Millimeter. Ein 100 Millimeter-Teleobjektiv mit 25 Millimeter Blendenöffnung bzw. Öffnungsdurchmesser hat eine Blendenzahl ("Blende") von 4,0.

Man spricht von kleiner Blende, wenn das Objektiv stark abgeblendet wird. Der Betrag der Blendenzahl nimmt hierbei zu. Umgekehrt ist die Blende groß, wenn man das Objektiv aufblendet und die Blendenzahl abnimmt.

Merke: Große Blendenzahl: kleine Blende; kleine Blendenzahl: Große Blende

Die Blende im engeren Sinn ist ein mechanisches Bauteil im Objektiv. Es besteht aus Lamellen, man spricht deshalb auch von Lamellenblende. Das Öffnen dieser Blende nennt man auf- und ihr Schließen abblenden. Früher erfolgte das manuell über einen Ring am Objektiv. Heute wird die Blende an der Kamera eingestellt, und die Abblendung erfolgt erst unmittelbar vor der Aufnahme. So bleibt das Sucherbild hell.

50 Millimeter-Normalobjektiv bei Offenblende. 50 Millimeter-Normalobjektiv auf Blende 4 abgeblendet.

Normalobjektiv bei Offenblende (links) und auf Blende 4 abgeblendet (rechts).

Die Blenden haben Werte, die ausgehend von 1,0 (Öffnung des Objektivs in Millimeter ist gleich seiner Brennweite) in 1,4-Stufen gestaffelt sind. Der Hintergrund ist der, dass sich die lichtsammelnde Fläche eines Objektivs verdoppelt, wenn der Öffnungsdurchmesser um den Faktor 1,4 vergrößert wird. Die Abfolge ganzer Blendenstufen lautet also:

1 - 1,4 - 2 - 2,8 - 4 - 5,6 - 8 - 11 - 16 - 22 usw.

Berücksichtigt man halbe Blendenstufen, ergibt sich folgende Blendenreihe:

1 - 1,2 - 1,4 - 1,8 - 2 - 2,4 - 2,8 - 3,5 - 4 - 4,5 - 5,6 - 6,7 - 8 - 9,5 - 11 - 13 - 16 - 19 - 22 usw.

Moderne Kameras verwenden in der Regel zusätzlich Drittel-Blendenstufen.

Verdoppelt sich die lichtsammelnde Fläche (entspricht dem Aufblenden um eine Stufe), halbiert sich bei gleicher ISO-Empfindlichkeit die Belichtungszeit. Umgekehrt verdoppelt sie sich, wenn die Fläche der Öffnung halbiert (um eine Stufe abgeblendet) wird.

Muss man beispielsweise bei Blende 8 1/250 Sekunde belichten, benötigt man mit Blende 11 1/125 Sekunde. Umgekehrt kommt man bei diesem Beispiel unter Verwendung von Blende 5,6 mit 1/500 Sekunde aus.

In vielen Fällen kommt man mit einer Anfangsöffnung von 1:5,6 aus. Bei schnell bewegten Motiven, beispielsweise Sport, bewegten Fahrzeugen oder Tieren, darf abhängig von der Geschwindigkeit des Motivs die Belichtungszeit maximal 1/500 Sekunde betragen, um es bewegungsscharf abzubilden. Man spricht auch von "Bewegungen einfrieren". Für solche Motive werden Anfangsöffnungen von 4,0 und lichtstärker benötigt.

Ähnlich verhält es sich, wenn man in Innenräumen bei wenig Licht ohne Blitz fotografieren möchte oder muss. Für verwackelungsfreie Freihand-Aufnahmen benötigt man hier lichtstarke Weitwinkelobjektive.

Durch Abblenden eines Objektivs wird auch die Bildqualität verbessert. Bei Offenblende liefern nur sehr teure Profi-Objektive ein hervorragendes Bild. Ein Erfahrungswert besagt, dass man ein Objektiv um ein bis zwei Blendenstufen abblenden muss, um eine optimale Bildqualität zu erzielen. Das trifft vor allem für sehr lichtstarke Objektive zu.

Abblenden erhöht auch die Schärfentiefe des Objektivs. Während man bei manchen Motiven, beispielsweise Nahaufnahmen oder Portraits, bewusst eine geringere Schärfentiefe wählt, um das Objekt vor einem unscharfen Hintergrund abzuheben, ist beispielsweise bei Landschaftsaufnahmen eine durchgehende Schärfe vom Vordergrund bis unendlich erwünscht. Zu erzielen ist dies mit mittleren bis starken Weitwinkelobjektiven in Verbindung mit kleinen Blenden im Bereich von acht bis 11.

Die Blende ist neben dem theoretischen Hintergrund also ein unentbehrliches Werkzeug zur Bildgestaltung und Optimierung der Ergebnisse.

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