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Crop-Faktor und Kleinbild-Äquivalent

Der Crop-Faktor und das KB-Äquivalent (Kleinbild-Äquivalent) sind zwei wichtige, zusammen hängende Begriffe, die immer im Zusammenhang mit Digitalkameras erscheinen. Dieser Artikel ist vor allem für Anwender von Spiegelreflex- und Systemkameras praxisrelevant.

Exkurs: Das Kleinbild

Bevor Digitalkameras Einzug in die Fotografie hielten, wurde analog auf Filmmaterial (Negativ- oder Diafilm) fotografiert. Diese Filme hatten weltweit das Format 24*36 Millimeter. Das ist das sog. Kleinbild-Format. Es hat sich über Jahrzehnte als Standard in der Fotografie etabliert.

Der Crop-Faktor

Bei Digialkameras hat das Vollformat einen Sensor mit genau diesen 24*36 Millimeter Kantenlänge. Alle Sensoren werden beim KB-Äquivalent unabhängig von ihrer Größe auf dieses Format umgerechnet:

Der Crop-Faktor ist hierbei der Faktor, mit dem die Bilddiagonale des Sensors multipliziert werden muss, damit die Diagonale des Vollformats erreicht wird. Anders formuliert: Der Crop-Faktor ist der Quotient aus Vollformat und Sensorgröße. Nehmen wir ein Rechenbeispiel:

Das Vollformat hat eine Bilddiagonale von 43 Millimeter. Der bei digitalen Spiegelreflexkameras übliche APS-C-Sensor hat Abmessungen von ca. 22,5*15 Millimeter und damit eine Bilddiagonale von 27 Millimeter. Dividiert man nun die 43 mm durch 27 mm, erhält man einen Crop-Faktor von 1,6. Ein gegebenes Objektiv erzeugt auf einem Vollformat-Sensor also einen 1,6-mal größeren Bildausschnitt (= Bildwinkel) als im APS-C-Format.

Dieser Crop-Faktor ist von elementarer Bedeutung bei der Wahl der Kameraobjektive, da die für ein bestimmtes Motiv oder einen bestimmten Effekt benötigten Brennweiten in der Regel aufgrund des einheitlichen Standards als KB-Äquivalent (siehe unten) angegeben bzw. umgerechnet werden.

Möchte man eine benötigte Brennweite ermitteln, muss durch den Crop-Faktor dividiert werden. Beispiel: Für Portrait-Aufnahmen ist im Vollformat das 80 Millimeter-Objektiv eine sehr gute Wahl. Soll mit einem APS-C-Sensor fotografiert werden, wird der gleiche Ausschnitt (Bildwinkel) mit 80 mm / 1,6 mm = 50 mm erreicht. Anders gesagt: Am APS-C-Sensor entspricht das 50 mm-Objektiv einem 80 mm-Objektiv am Vollformat. Es liefert das gleiche Resultat.

Das Kleinbild-Äquivalent

Hiermit sind wir beim Kleinbild-Äquivalent (KB-Äquivalent) angekommen. Es besagt, welche Brennweite man beim Vollformat benötigt, um den gleichen Bildausschnitt wie bei einer gegebenen Objektiv-Sensor-Kombination zu erhalten.

Im oben genannten Beispiel hat das 50 Millimeter-Objektiv am APS-C-Sensor ein KB-Äquivalent von 80 Millimeter.

Umgangssprschliche Formulierungen

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass der Begriff "Äquivalentbrennweite" hierbei nicht korrekt ist. Physikalisch ist eine Äquivalentbrennweite die Brennweite, die resultiert, wenn mit einem Telekonverter die Brennweite des Objektivs verlängert wird. Beim Kleinbild-Äquivalent bleibt die Nominalbrennweite des Objektivs unverändert. Es wird durch den kleineren Sensor lediglich der Ausschnitt des vom Objektiv erzeugten Bildes, der als Foto verwendet wird, verkleinert. Hierdurch wird eine längere Brennweite gegenüber dem Vollformat vorgegaukelt bzw. simuliert.

Gleiches gilt für den Begriff "Verlängerungsfaktor". Die Brennweite wird wie erläutert durch den Crop-Faktor keineswegs verlängert. Der Verlängerungsfaktor hat sich an vielen Stellen wegen seiner zugegebenermaßen hervorragenden Anschaulichkeit durchgesetzt.

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