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Bridgekameras

Bridgekameras sind Kameras, die sowohl Merkmale von Spiegelreflexkameras als auch Kompaktkameras aufweisen. Aufgrund ihres extremen Brennweitenbereichs werden sie oft auch als Megazoom-Kameras bezeichnet.

Merkmale von Bridgekameras

Das Hauptmerkmal von Bridgekameras ist ihr enormer Brennweitenbereich. Er reicht standardmäßig vom mittleren bis starken Weitinkel (24-25 Millimeter) bis in den extremen Telebereich (500-1400 Millimeter), jeweils Kleinbild-Äquivalent. Das macht sie in Bezug auf die abgedeckten Brennweiten zu guten Allround-Kameras.

Weitere Merkmale sind ein für Kameras ohne Wechseloptik hoher Funktions- und Einstellungsumfang. In diesem Punkt ähneln sie Siegelreflexkameras. Bridgekameras sind von der Form, Größe und Griffigkeit her mit Spiegelreflexkameras mit angesetztem Standard-Zoom oder leichtem Teleobjektiv vergleichbar. Sie verfügen über einen elektronischen Sucher.

Bridgekameras mit langen Telebrennweiten werden wie die meisten Zoomobjektive für Amateurfotografen mit zunehmender Brennweite lichtschwächer: Das langbrennweitige Ende des Zooms hat in der Regel eine Lichtstärke von 5,6 oder nur 6,3. Es gibt aber auch Modelle mit einer Lichtstärke von 2,8 im Telebereich. Diese haben dann jedoch eine für Megazoom-Verhältnisse relativ kurze Brennweite von ca. 500 Millimeter.

Diese hohen Kleinbild-Äquivalente werden mit einem sehr kleinen Bildsensor realisiert. Die Folge ist, dass bei der gleichzeitig hohen Auflösung von bis zu 21 Megapixeln dieser Kameratyp zu vergleichsweise starkem Bildrauschen neigt: Jedes einzelne Pixel empfängt weniger Licht vom Objektiv, was zu einem schlechteren Signal-Rausch-Verhältnis führt. Man kann hier etwas gegensteuern, indem man im Menü eine geringere Auflösung einstellt. Im Zweifel sollte man die Auflösung nur so hoch wählen, wie es für die geplante Wiedergabegröße erforderlich ist.

Eine tendenziell etwas schlechtere Bildqualität im Vergleich mit anderen Systemen, die sich jedoch erst bei starken Vergrößerungen der Fotos bemerkbar macht, ist bauartbedingt. Um die immensen Zoombereiche zu realisieren, sind sehr komplexe Objektivkonstruktionen mit vielen Linsen erforderlich. Möchte man solche Systeme preislich erschwinglich halten, hat dies zwangsläufig Kompromisse in der Abbildungsleistung zur Folge.

Ausgezeichnete Bridgekameras sind deshalb sehr teuer. Spitzenmodelle kosten um die 800 Euro (Stand: Januar 2015).

Megazoom-Kameras haben einen integrierten Blitz. Dieser ist normalerweise eingeklappt und wird in der Vollautomatik-Funktion automatisch ausgeklappt und zugeschaltet.

Bridgekameras sind für Nah- und eingeschränkt für Macroaufnahmen geeignet.

Eine Videofunktion mit Full HD-Auflösung gilt als Standard. Da es das Thema dieses Portals sprengen würde, werden Videofunktionen hier nicht näher vertieft.

Grundsätzliches zur Bedienung von Megazoom-Kameras

Die Einstellung der Brennweite erfolgt mit einem Zoom-Hebel. Speziell bei Modellen mit sehr langen Brennweiten ist die Einstellung per Zoom-Hebel zum Tele-Ende hin jedoch relativ langsam.

Der Autofokus erfolgt, wie bei allen Kameratypen, durch Antippen des Auslösers. Durch gedrückt halten kann man den eingestellten Fokus speichern und auf den gewünschten Ausschnitt schwenken ("Schärfenspeicherung").

Das Display ist bei vielen aktuellen Bridgekameras dreh- und schwenkbar ausgerichtet. Bei Selbstportraits und Aufnahmesituationen mit einer tiefen Kamerapositionierung ermöglicht dieses Feature eine bequemere Haltung der Kamera, was die Gefahr von Verwackelungen reduziert.

Wie bei allen modernen Kameras sind Bildstabilisatoren bei Megazoom-Kameras Standard und im extremen Telebereich unerlässlich, wenn man ohne Stativ arbeiten möchte. Es zwar meiner Erfahrung nach ohne weiteres möglich, bei guten Lichtverhältnissen (!) auch mit starken Zoomwerten unverwackelte Fotos aufzunehmen, dennoch empfiehlt sich hierbei die Anwendung eines Stativs, zumindest ein Einbein.

Bei einigen Modellen ist das Kleibild-Äquivalent in bestimmten Schritten auf den beim Zoomen ausfahrenden Objekiv-Tubus gedruckt. Das ist nützlich, wenn man mit einer bestimmten Brennweite arbeiten möchte oder muss, beispielsweise um bestimmte Effekte zu erzielen.

Für wen sind Bridgekameras geeignet?

Das Konzept dieser Kameras bringt viele Vorteile, beispielsweise die Abdeckung eines Brennweitenbereichs, der von keinem Superzoom als Wechselobjektiv geboten wird und die Abdeckung vieler Funktionen und Einstellungen von Spiegelreflexkameras.

Der große Brennweitenbereich in einem kompakten Gehäuse macht Megazoom-Kameras auch für Reisen interessant. Man benötigt keine weiteren Objektive und hat in einer Kamera alles zur Hand, was benötigt wird. Eine Einschränkung stellt hierbei lediglich die Größe der Kamera dar, die mit einer Spiegelreflex vergleichbar ist. Wer beim Reisegepäck auf möglichst wenig Gewicht und Volumen Wert legt, ist mit einer Reisezoom-Kamera besser beraten.

Bridgekameras sind für Fotografen interessant, die regelmäßig mit langen Brennweiten arbeiten möchten oder möglichst viele Funktionen und Anwendungsmöglichkeiten in einem Gerät wünschen. Hochwertige Bridgekameras können wahrscheinlich als die besten Allrounder angesehen werden.

Der einzige echte Nachteil von Megazoom-Kameras liegt darin, dass sie vergleichen mit anderen Kameratypen relativ langsam bzw. reaktionsträge sind. Hier kommen der langsamere Zoom und die etwas längere Auslöseverzögerung zusammen. Für Schnappschüsse und schnell bewegte bzw. veränderliche Motive sind sie deshalb nur in Weitwinkelstellung geeignet.

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