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Bildstabilisatoren

Mit langen Belichtungszeiten und Brennweiten kommt man schnell in Bereiche, in denen unverwackelte Aufnahmen aus der Hand schwer bis unmöglich werden. Ein guter Bildstabilisator schafft in Grenzfällen zur unverwackelten Fotografie aus der Hand Abhilfe. Solche Bildstabilisatoren gleichen kleine Kamerabewegungen aus und erweitern den Bereich, in dem man aus der Hand fotografieren kann.

Einsatz von Bildstabilisatoren

In der Alltagsfotografie stellt ein Bildstabilisator (oft mit "IS", "OS" oder "VC" abgekürzt) eine sehr gute Hilfe dar. Ein Gewinn bei der Belichtungszeit von zwei bis drei Blendenstufen ist meiner Erfahrung nach realistisch, wenn der Fotograf eine ruhige Hand und einen stabilen Stand hat. Einige Tests sprechen sogar von bis zu vier Blendenstufen Gewinn. Bei der Freihand-Fotografie bedeutet das eine vier- bis achtfache Belichtungszeit gegenüber Aufnahmen ohne Bildstabilisator.

Mein Rekord liegt bei einer scharfen Aufnahme mit einer Bridgekamera mit 1200 Millimeter Brennweite (Kleinbild-Äquivalent). Auf dem Display des Ausstellungsstücks war auch bei maximalem Einzoomen kein Verwackeln erkennbar. Man kann also mit einem guten Bildstabilisator mit einer Bridgekamera bei hoher Zoom-Stufe noch ohne Stativ auskommen. Gegebenenfalls muss man den Ellenbogen aufstützen oder sich anlehnen.

Es versteht sich von selbst, dass das Potential eines solchen Systems nur bei guten Lichtverhältnissen voll ausgeschöpft werden kann. Bei wenig Licht sollte zusätzlich die ISO-Empfindlichkeit erhöht werden.

Optischer Bildstabilisator

Zunächst erkennt die Software der Kamera bzw. des Objektivs mit Hilfe von Sensoren die Erschütterungen, die während der Aufnahme auftreten. Die Software gibt in Echtzeit Befehle an die entsprechenden Elemente, diese Erschütterungen mit entgegengesetzten, betragsgleichen Bewegungen auszugleichen und damit zu minimieren bzw. zu unterdrücken.

Befindet sich der Bildstabilisator im Objektiv der Kamera, werden die Linsen entgegen den Erschütterungen bewegt. Die Konstruktion des Objektivs wird damit wesentlich aufwendiger und teurer, als wenn Objektive ohne Stabilisator verwendet werden.

Ein anderes System hat den Bildstabilisator im Kameragehäuse, genauer gesagt im Sensor. Hierbei wird der Bildsensor entgegen den Erschütterungen betragsgleich bewegt, was zu Minmierung bzw. Unterdrückung von kleinen Erschütterungen führt. Solche Kamerasysteme werden im Fall von Kameras mit Wechselobjektiven insgesamt billiger: Man muss den Stabilisator nur einmal verbauen, nämlich bei der Aufhängung des Sensors. Im Objektiv wird er nun nicht mehr benötigt, so dass billigere Objektive ohne IS verwendet werden können bzw. müssen:

Es ist beim Kauf unbedingt darauf zu achten, welches dieser Bildstabilisator-Systeme Anwendung findet. Kombiniert man einen Sensor mit Bildstabilisator mit einem solchen im Objektiv, hat dies ein nicht mehr funktionsfähiges System zur Folge, wenn beide Stabilisatoren angeschaltet sind. Hat der Sensor einen Bildstabilisator, muss man den im Objektiv abschalten.

Beispiel für die Wirkung eines Bildstabilisators.

Das Foto zeigt die Wirkung eines Bildstabilisators. Ich stand frei, ohne den Ellenbogen aufzustützen oder mich anzulehnen. Es wurde auf das im Ausschnitt gezeigte Rad mit aufgedruckter Gradeinteilung scharfgestellt. Das kleine Bild rechts unten ist ein 1:1-Ausschnitt aus dem linken Gesamtbild (ein Pixel der Originalaufnahme entspricht einem Pixel auf dem Bildschirm). Die Brennweite betrug 25 Millimeter (Kleinbild-Äquivalent) und die Belichtungszeit 1/8 Sekunde. Das ist bereits so lang, dass man den Beginn und das Ende der Belichtung als zwei getrennte Klackgeräusche wahrnimmt. Ohne Stabilisator hätte für diese Bildschärfe aus der Hand maximal etwa 1/25 Sekunde belichtet werden können.

Digitaler Bildstabilisator

Hier erfolgt der Ausgleich von Bewegungen ausschließlich softwareseitig. Entweder wird die ISO-Empfindlichkeit erhöht, um die Gefahr, eine Aufnahme zu verwackeln, zu reduzieren, oder nach der Aufnahme wird das Bild von einer internen Bildbearbeitungssoftware geschärft. Letzteres führt zu unnatürlich "harten" Konturen im Bild.

Es handelt sich also um keine Stabilisierung im mechanisch-physikalischen Sinn, sondern um eine Manipulierung des Bildes mit einer Software. Diese Methode findet bei sehr preiswerten Digicams Anwendung.

Wenn möglich, sollte man die Funktion abschalten, wenn man natürlich wirkende Aufnahmen erhalten möchte und ausreichend Licht für kurze Belichtungszeiten vorhanden ist. Eine Alternative, die aber letztendlich auch nur einen Kompromiss darstellt, ist die Fotografie mit einer kurzen Brennweite (= möglichst kleine Zoom-Einstellung) in Kombination mit dem integrierten Blitz.

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