Fotografie-Anleitungen, Galerie, neue Produkte

Info-Portal für Digitalkameras und Fotografie

Home
Artikel
Fotogalerie
Foto-Wissen
Neu am Markt

 

Automatik-Einstellungen

Moderne Kameras haben viele Automatik-Funktionen, die die Arbeit mit der Kamera erheblich erleichtern. Aufwendige manuelle Einstellungen werden so größtenteils überflüssig.

Vollautomatik

Die Vollautomatik ist auf eine möglichst einfache Bedienung bei gleichzeitig guten Ergebnissen ausgelegt. Von Spezialfällen, beispielsweise Nacht- und Nahaufnahmen, abgesehen erhält man mit ihr in aller Regel gute Fotos. Man kann die Vollautomatik auch treffend als "Schnappschuss-Funktion" bezeichnen.

Wie der Name bereits sagt, übernimmt die Kamera bei Vollautomatik alle Einstellungen automatisch. Der Fotograf muss nur auf den Auslöser drücken, ggf. den Autofokus abwarten, die Kamera auslösen und es kommt, sofern die Lichtverhältnisse nicht extrem ungünstig sind, bei Standardsituationen ein gutes Bild zustande.

Dies wird erreicht, indem die Kamera mit dem integrierten Belichtungsmesser die Beleuchtungsverhältnisse ermittelt und im Zusammenspiel mit der Lichtstärke des Objektivs eine bestmögliche Kombination aus Belichtungszeit, Blende und ISO-Empfindlichkeit wählt. Würde die Belichtungszeit bei Anwendung der bei Standard-Zooms üblichen Brennweiten bei Freihand-Aufnahmen für unverwackelte Fotos zu lang werden, wird als Unterstützung der integrierte Blitz gezündet.

Kommt der Blitz hinzu, werden die oben genannten Einstellungen von der Kamera so errechnet, dass mit der sog. Blitz-Synchronisationszeit ein bestmögliches Bild entsteht. Die Blitz-Synchronisationszeit ist ein in der Kamera-Software vorgegebener Wert für die Belichtungszeit, die generell für Blitzaufnahmen verwendet wird. Meist liegt sie im Bereich von 1/90 bis 1/30 Sekunde.

Die Folge hieraus ist, dass die Einstellungen bei praktisch jedem Motiv einen gut brauchbaren Kompromiss darstellen. Bei nahezu jeder Aufnahmesituation könnte man das Ergebnis mit manuellen Einstellungen der Aufnahmeparameter mehr oder weniger stark verbessern. Ein Paradebeispiel sind Nahaufnahmen: Mit manuellem starkem Abblenden erzielt man eine wesentlich bessere Schärfentiefe als mit Voll- oder Programmautomatik.

Misslungene Nahaufnahme durch Vollautomatik.

Das obige Foto zeigt ein Beispiel für die Grenzen dieser Funktion. Mangels Stativ wurde die Blume aus dem Stand mit Vollautomatik und Standard-Zoom in Telestellung fotografiert. Um die Gerbera deutlich vom unscharfen Hintergrund abzuheben, wurde möglichst dicht an sie heran gegangen. Nun erkennt man an den Blütenblättern, die sich hinter der Schärfenebene befanden, bereits deutliche Unschärfen, insbesondere bei den unteren Bereichen der Blüte. Mit Stativ und der unten beschriebenen Zeitautomatik hätte zur Optimierung der Schärfentiefe stärker abgeblendet werden können, und die Aufnahme wäre optimal gewesen.

Dennoch ist die Vollautomatik ein unverzichtbarer Bestandteil von Amateurkameras, egal ob es sich um eine einfache Digicam oder gut ausgestattete Spiegelreflexkamera handelt: Aufgrund ihrer Einfachheit und hohen Geschwindigkeit (jede manuelle Einstellung entfällt) ist die Vollautomatik erste Wahl bei Schnappschuss-Situationen. Bei Schnappschüssen hat das Einfangen der Situation Vorrang vor der technischen Perfektion des Bildes. Es gibt unzählige Situationen, bei denen man schnell "zupacken" muss, um sie angemessen ins Bild zu bringen. Das gilt besonders bei Kinder- und Haustierfotos.

Programmautomatik

Die Programmautomatik arbeitet grundsätzlich wie die Vollautomatik. Der Unterschied besteht darin, dass der Blitz zunächst generell nicht zum Einsatz kommt und die ISO-Empfindlichkeit manuell vorgewählt werden kann. Wird das Blitzlicht benötigt, muss es manuell zugeschaltet werden. Fotografiert man im Freien bei guten Lichtverhältnissen, wird man mit dem bloßen Auge an den Ergebnissen keinen Unterschied zwischen Voll- und Programmautomatik erkennen.

Bei Aufnahmesituationen mit schlechten Lichtverhältnissen ist die Programmautomatik mit Vorsicht zu genießen, wenn man gezwungen ist, aus der Hand zu fotografieren: Hier kommt man mitunter schnell in den Bereich, in dem keine Freihandaufnahmen mehr möglich sind, ohne das Bild wegen der längeren Belichtungszeit zu verwackeln.

Die Programmautomatik eignet sich aus diesem Grund neben der Automatikfotografie bei hellem Licht hervorragend u.a. für stimmungsvolle Automatik-Aufnahmen mit wenig Licht, die sog. "Available-Light-Fotografie", vom Stativ.

Halbautomatik

Die folgenden beiden Einstellungen werden auch als "Halbautomatik" bezeichnet.

Zeitautomatik (Blendenvorwahl)

Bei der Zeitautomatik, auch Blendenvorwahl genannt, wird die Blende vorgegeben. Aus dieser Blende, der voreingestellten ISO-Empfindlichkeit und den gemessenen Lichtverhältnissen wird die benötigte Belichtungszeit ermittelt. Diese Einstellung wird benutzt, wenn eine bestimmte Blende verwendet werden soll.

Das ist beispielsweise wünschenswert, wenn eine bestimmte Schärfentiefe erzielt werden soll: Je stärker abgeblendet wird, umso größer wird die Schärfentiefe. Mit variierender Blendenöffnung lässt sich dieser Effekt steuern und kreativ einsetzen.

Bei Kameraobjektiven verbessert sich die Bildqualität, wenn man sie um ein bis zwei Blendenstufen abblendet. Lediglich sehr teure Profi-Objektive zeigen bei Offenblende keinen Qualitätsverlust. Nun kann man mit der Zeitautomatik die Blende voreinstellen, und die Kamera ermittelt die benötigte Belichtungszeit automatisch.

Blendenautomatik (Zeitvorwahl)

Die Blendenautomatik, auch Zeitvorwahl genannt, ist die Umkehrung der Zeitautomatik. Hier wird die gewünschte Belichtungszeit voreingestellt, und die Kamera ermittelt anhand der gemessenen Lichtverhältnisse die benötigte Blende.

Diese Einstellung wird vor allem in der kreativen Fotografie angewendet. Mit bestimmten Belichtungszeiten lassen sich spezielle Effekte erzielen.

So ist es beispielsweise bei der Sportfotografie oft erwünscht, die Akteure bewegungsscharf darzustellen (die Bewegung "einzufrieren"), beispielsweise der Fußballspieler beim Sturm aufs Tor oder ein Radrennfehrer. Hierfür darf die Belichtungszeit oft nicht länger als 1/500 Sekunde sein. Mit einem entsprechend lichtstarken Objektiv kann man nun diese Belichtungszeit vorgeben, und die Blendenautomatik sorgt für eine korrekte Belichtung.

Umgekehrt wird die sog. Bewegungsunschärfe als kreatives Gestaltungselement eingesetzt. Ein bekanntes Beispiel ist bewegtes Wasser. Mit langen Belichtungszeiten wirkt die wellige Oberfläche eines Gewässers geschmeidig wie Watte.

Manuelle Belichtungszeit

Diese Einstellung ermöglicht, auch wenn sie "manuelle Belichtungszeit" genannt wird, eine komplett manuelle Steuerung der Aufnahmeparameter wie Belichtungszeit und Blende. Sie ist ideal, wenn man die volle Kontrolle über die Kameraeinstellungen haben möchte.

Auf diese Einstellung ist man beispielsweise angewiesen, wenn man sehr lange Belichtungszeiten benötigt, die von den vorgegebenen, einstellbaren Zeiten nicht abgedeckt werden. Diese enden in der Regel bei maximal 30 Sekunden. Darüber hinaus muss man "beliebig" wählen und die Zeit mit einer Uhr stoppen.

Über das Portal | Impressum | Kontakt | Haftungsausschluss | Datenschutzerklärung | Copyrights